Sonntag, 21.08.2005
Zu Lande und zu Wasser:
Meine neue
Holux GPSlim 236 leistet gute Arbeit!

Seit Mitte August 2005 habe
ich eine neue Bluetooth-GPS-Maus, die Holux GPSlim 236. Nicht, weil ich
mit meiner bisherigen Maus, der Fortuna Bluetooth ClipOn, unzufrieden
gewesen wäre, nein, sondern weil ich mal wieder das Neueste haben musste
- eine Maus mit dem SiRF-III-Chipsatz der
Firma SiRF. Er wurde
zur CeBIT 2005 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Bis zur
Lieferung von ausreichenden Stückzahlen dauerte es aber doch bis Mitte
Mai.
Die Holux 236 bezog ich am 17.08.2005
über die Firma
Dantotec für 159,90 EUR zzgl. 6,60 EUR Versand.
Im gerade zu Ende gegangenen Urlaub hatte
ich Gelegenheit, die Holux 236 ausgiebig zu Lande und zu Wasser zu
testen - mit dem Auto, dem Fahrrad, beim Wandern und auf dem Schiff! Hat
sich der Umstieg gelohnt?
nach oben
Überblick
nach oben
Praxiserfahrungen
Zeit bis zum
Fix
Die erste positive Überraschung erlebte ich, als ich die Maus in
meinem Büro, in dem sich lediglich ein kleines Dachfenster befindet,
auspackte, den Akku einlegte und einschaltete: nach nur ca. 15 Sekunden
hatte die Maus bereits einen Fix!
So schnell geht es leider nicht immer. Ich habe festgestellt, dass immer
wenn der Akku aufgeladen oder gewechselt wurde, der erste Fix etwas
länger dauert. Je nach Wetterlage, Umgebung und Sichtkontakt zum Himmel
können dies bis zu zwei Minuten sein. Wurde die Maus allerdings nur
ausgeschaltet, dann kommt der Fix nach dem Einschalten innerhalb von nur
5 bis 10 Sekunden, auch wenn zwischen Aus- und Einschalten mehrere
Stunden bzw. Tage liegen.
Bei meiner Fortuna ClipOn dauerte die Zeit bis zum Fix meistens deutlich
länger.
Bluetooth-Kontakt
Während all meiner Tests mit TomTom Navigator 5 und Palm PathAway 3
gab es niemals Probleme mit der Bluetooth-Verbindung. Die Paarung als
autorisiertes Gerät sowie der Verbindungsaufbau zum Treo 650
funktionierten bis jetzt immer reibungslos. Auch gab es während der
Navigation noch nie einen Verbindungsabbruch.
Genauigkeit
Hier stelle ich den größten Unterschied zu meiner Fortuna ClipOn fest.
Die aufgezeichneten Trackpunkte sitzen wesentlich exakter auf der
Landkarte als dies mit der Fortuna der Fall war. Bis jetzt gab es auch
noch überhaupt keine "wilden" Trackpunkte. Bei der Fortuna kam es des
Öfteren vor, hauptsächlich bei langsamerer Fortbewegung wie Wandern,
Radfahren oder Segeln, dass manche Trackpunkte völlig unkontrolliert
weit außerhalb der eigentlichen Route aufgezeichnet wurden. Hier macht
sich wohl die höhere Empfindlichkeit des neuen SiRF-III-Chipsatzes am
deutlichsten bemerkbar. In diesem Punkt ist die Holux 236 der Fortuna
ClipOn überlegen. Bei der Autonavigation tritt dieses Manko in der Regel
nicht auf. Auch die Höhenangaben sind mit der Holux wesentlich genauer.
Bei der Fortuna musste ich in der Regel ca. 50 Höhenmeter Differenz
abziehen. Die Toleranz bei der Holux beträgt lediglich noch 1-3 m!
Hinweis zur Genauigkeit:
 |
Um bei
Palm PathAway genaue Trackpunkte ohne Ausreißer zu erzielen, ist
die Einstellung des richtigen Protokolls notwendig. Man darf
nicht das Protokoll "Holux-NMEA" einstellen, sondern es muss
das ganz normale NMEA" gewählt werden. |
Beispiel-Tracks aus dem Urlaub am
Bodensee
 |
 |
 |
| Mit dem Auto
unterwegs |
Radtour von Linda
nach
Rorschach |
Bootsfahrt mit dem
Segelschiff "Lädine"
zum Konstanzer Seenachtsfest von Immenstaad
nach Konstanz und zurück- |
Akkulaufzeit
Die längste Zeitspanne, die meine Holux 236 ununterbrochen in
Betrieb war, betrug ca. 9 Stunden. Es gab noch keine Anzeichen dafür,
dass der Akku leer wird. Er hätte sicherlich noch länger gereicht. Die
offizielle Akkulaufzeit beträgt 14 Stunden.
Die Fortuna ClipOn sollte laut Datenblatt ca. 8,5 Stunden durchhalten.
Tatsächlich leuchtete bereits nach etwa 3-4 Stunden schon das
Akkulämpchen auf. Danach blieben noch etwa 30 Minuten Restzeit übrig.
Die Akkulaufzeit der Holux ist demnach deutlich länger.
Ein großes Manko bei der Holux ist allerdings, dass kein GPS-Empfang
möglich ist, während der Akku aufgeladen wird! Dies könnte ein Nachteil
für jemand sein, der die GPS-Maus während des Autofahrens zum Navigieren
benutzen und gleichzeitig laden lassen will.
Update 27.08.05: Ich muss mich berichtigen! Dass man während des
Ladens nicht navigieren kann, trifft nur für das Laden über das Netzteil
zu. Benutzt man dagegen das Zigarettenanzünder-Ladekabel funktioniert
die parallele Navigation!
Zubehör
Das mitgelieferte Zubehör beschränkt sich bei der Holux im
Wesentlichen auf ein Ladenetzteil und ein Zigarettenanzünderladekabel.
Ich vermisse sehr das transparante ClipOn-Täschchen der Fortuna vor
allem beim Wandern und Radfahren. Um einen einigermaßen adäquaten Ersatz
zu haben, kaufte ich mir noch ein AquaPac in Pager-Größe (siehe
Bericht über die Befestigung weiter unten).
Vorteile:
+ klein und leicht
+ schneller Fix
+ hohe Empfindlichkeit
+ große Genauigkeit
+ Wechselakku
+ 14 Stunden Akkulaufzeit
Nachteile:
+ kein ClipOn-Täschchen im Lieferumfang
Fazit
Aufgrund der kürzeren Zeit bis zum Fix, der
höheren Empfindlichkeit und der größeren Genauigkeit der Trackpunkte hat
sich für mich der Umstieg auf den SiRF-III-Empfänger gelohnt. Wird die
Maus allerdings hauptsächlich zur Straßennavigation mit dem Auto
eingesetzt (TomTom Navigator, DigiMap, MapSonic etc.), dürfte von diesen
Vorteilen nur wenig zu verspüren sein.
Inzwischen gibt es zahlreiche Bluetooth-GPS-Empfänger verschiedener
Hersteller mit dem SiRF-III-Chip. Die technischen Daten dürften deshalb
bei allen gleich sein. Wenn ich mir nochmals eine GPS-Maus kaufen
müsste, würde ich deshalb mehr auf das mitgelieferte Zubehör achten.
Hier gibt es noch leichte Unterschiede. Möglicherweise würde ich mich
beispielsweise dann doch für die Fortuna Slim GPS SiRF III Bluetooth
entscheiden.
Aber davon abgesehen ist die Holux GPSlim 236 ein hervorragender
GPS-Empfänger, der mir viel Freude bereitet und ich deshalb ohne
Bedenken weiter empfehlen kann.
nach oben
Worin liegen
die technischen Verbesserungen des SiRF-III-Chips?
Bis zu 20 Satelliten
Neu ist die SiRF III spezifische Unterstützung eines parallelen
Trackings von bis zu 20 Satelliten, wobei zu einer reibungslosen
Navigation nur 4 Stück benötigt werden und daher ein Ausfall der Signale
bzw. der Position nahezu unmöglich wird. Bei der Fortuna ClipOn betrug
die maximale Anzahl 12 Satelliten.
Hohe
Empfindlichkeit
Verbesserungen gerade im Bereich der Empfindlichkeit, sowie der
hervorragenden Fixierungszeiten (Time To First Fix), bieten bestmögliche
Empfangsbereitschaft auch in schwierigem Umfeld wie engen
Häuserschluchten, Tunneln oder stark bewaldeten Gebieten, etc.
Die Fortuna ClipOn hat zwei Betriebsarten: den ST- (Standard) und den
XT- (Xtrac) Modus. Der ST-Modus wird empfohlen bei freier Sicht zum
Himmel für die Autonavigation. Der XT-Modus ist gedacht für die Nutzung
bei widrigen Wetterverhältnissen, starken Beeinträchtigungen des
Empfangs (Schluchten, Hochhäuser, Brücken, etc.). Allerdings stellt eine
gewisse zeitliche Verzögerung der Positionsdaten eine Einschränkung des
empfindlicheren XT-Modus dar, weshalb beim Betrieb als Kfz-Navigation
der ST-Modus empfohlen wird.
Dieser Dual-Modus ist bei einem Gerät mit SiRF-III-Chip nicht mehr
notwendig.
Schnell zum ersten Fix
Mit dem schnellen ersten Fix (time-to-first-fix) ist die
SiRF-III-Architektur dazu geschaffen, die Anforderungen von Wireless-
und Handheld-Anwendungen zu erfüllen und sorgt für ausgezeichnete
Leistungen sowohl drinnen wie draußen.
Stromersparnis
Des Weiteren zeichnet sich der neue SiRF-III-Chipsatz durch einen
geringeren Stromverbrauch aus. Diese Stromersparnis in Verbindung mit
dem wechselbaren 850mA/3,7V Lithium-Ionen-Akku ermöglicht bei der Holux
GPSlim 236 bis zu 14 Stunden Dauerbetrieb bei aktiver Bluetooth
Verbindung mit dem Handheld.
nach oben
Allgemeine
Ausstattung
Die Holux GPSlim 236 ist um einiges kleiner
und leichter (B x H x T = 65 x 46 x 17.3 mm, 56g) als die Fortuna ClipOn
(74 x 41,5 x 30 mm, 95g). Auf der Oberseite befinden sich drei
Leuchtschlitze, die mit insgesamt vier LEDs bestückt sind. Die
LED-Funktionen zeigen den Status der Maus an:
- orange blinkend - Satellitenkontakt
- orange konstant leuchtend -
Satellitensuche
- blau konstant leuchtend - Bluetooth
noch nicht bereit
- blau blinkend - Bluetooth Suche
- blau langsam blinkend - Bluetooth
Kontakt
- rot konstant leuchtend - Akku
Ladestatus niedrig
- grün leuchtend - Akku wird geladen
An der Unterseite befinden sich zwei
Anti-Rutsch-Streifen aus Gummi. An der Seite sitzt der Ein-/Aus-Schalter
und ein MMCX-Anschluss für eine externe Antenne. Die eingebaute
Patch-Antenne besitzt eine Empfindlichkeit von ca. -159dBW. Die
Aktualisierungszeiten werden lt. Datenblatt wie folgt angegeben:
- Blitz Start ca. 0,1sek
- Heiß Start ca. 8sek
- Warm Start ca. 38sek
- Kalt Start ca. 45sek..
An der Frontseite, unterhalb der LEDs,
befindet sich ein Mini-USB-Anschluss. Hier wird wahlweise das Netzteil
oder das Zigarettenanzünderkabel eingesteckt.
An Protokollen werden unterstützt:
- NMEA Protokoll NMEA 0183 V2.2
- NMEA Format GGA, GSA, GSV, RMC
- NMEA Eingang NMEA/SiRF Wahl; Höhe;
Position, Datum & Zeit; Wahl Ausgangsformat/Baudrate
- optionales Format VTG, GLL, SiRF
binary
- Baud Rate Bluetooth 38400 bits/sek
- Daten/Check/Stop -Bit 8/N/1.
nach oben
Lieferumfang
- Holux GR-236 SiRF III Bluetooth GPS
Receiver
- Zigarettenanzünderkabel
- 230V Netzteil
- Adapterstecker für internationale
Stromnetze
- Software-CD
nach oben
Befestigung
Ein Nachteil im Vergleich zu meiner Fortuna
ClipOn ist, dass kein ClipOn-Täschchen zum Befestigen mitgeliefert wird.
Stattdessen musste ich mich nach einem adäquaten Ersatz umschauen.
bun-J
Zuerst probierte ich es mit einem Gummihalter für ein Handy, dem
bun-J. Ich befestigte es am Gürtel bzw. am Knopfloch der
Hemdbrusttasche. Aber die Baumelei war mir dann aber doch zu stark. In
der Praxis hat es sich nicht bewährt.

AquaPac
Deshalb entschloss ich mich, ein AquaPac zu kaufen. Das kleinste,
das ich gefunden habe, war eines, das normalerweise für Pager gedacht
ist. Das ist ideal! Ich kann es an den Gürtel clipsen, an den Taschen
meiner Regenjacke, an den Fahrradkorb usw. Außerdem schützt es die Holux
vor Nässe.

nach oben
Akkuwechsel
Der Akkuwechsel gestaltet sich sehr einfach.
Man benötigt kein Werkzeug, um an den Akku heran zu kommen. Der Deckel
muss lediglich mit dem Daumen über eine kleine Plastikwölbung hinweg
gedrückt werden. Allerdings muss man auf die zwei winzigen Plastiknasen
am Deckel aufpassen. Bei ungeschickter Handhabung können diese
abbrechen.

Alternativen
Inzwischen hat fast jeder
GPS-Empfänger-Hersteller ein Modell mit dem SiRF-III-Chip im Sortiment.
Technisch dürften die Geräte deshalb alle gleich gut abschneiden.
Unterschiede sucht man deshalb eher beim Zubehör, der Akkulaufzeit und
der Größe. Mögliche Alternativ-Kandidaten wären:
- Fortuna Slim GPS SiRF III Bluetooh
- G Space SiRF III
- Leadtek Bluetooth GPS 9553 SiRF III
- Navilock BT-338 Sirf III GPS
Bluetooth
- Royaltek RBT-2001-SiRF III
nach oben
|